Hilfe, bin ich ein Influencer?

Hilfe, bin ich ein Influencer?

 

Der Influencer – Ein Phänomen unserer Zeit. Für die einen Quelle zum Luxusleben, für die anderen einfach nur eine Witzfigur. Auf jeden Fall hat jeder eine Meinung zu dem Phänomen. Zumindest jeder, der davon Kenntnis hat. Meine Oma übrigens auch mittlerweile. Es wäre ihr zumindest ein Begriff. Und das mit fast 83. Chapeau!

Sein wir ehrlich: der Ruf der Influencer ist nicht der Beste und jeder halbwegs klardenkende Mensch versucht sich früher oder später davon zu distanzieren. Dabei meint der ursprüngliche Begriff eher etwas Positives.

 

Ein Influencer ist schlichtweg ein Meinungsmacher, nicht mehr und nicht weniger.

 

In der Außenwahrnehmung ist das leider irgendwann untergegangen. Es ist nur noch eine Gruppe von Menschen, mit der sich Geld verdienen lässt und die selbst auch sehr viel Geld verdienen. Ob wahr oder nicht, die Botschaft hinter den Personen rückt dabei meist völlig in den Hintergrund. „Ich bin Blogger, kein Influencer“, steht dann in dicken Lettern in ihrer Instagram-Bio, um deutlich zu machen, ich habe auch was zu sagen.

 

Wie begegnet man nun dem Ernst der Lage? Idealer Weise mit Humor. Und das tue ich jetzt auch mit einer nicht so ernstzunehmenden Frageliste. mit der Du prüfen kannst, ob Du zu dieser seltenen Gattung gehörst. Schmunzeln ist dabei selbstverständlich erlaubt.

 

Hilfe, bin ich ein Influencer?

 

Na? Kommt Dir bekannt vor? Dann fürchte ich, es steht schlecht um Dich. Du wirst von anderen als Influencer wahrgenommen, da beißt die Maus kein Faden ab.

Hilfe, bin ich ein Influencer?

 

 

 

Nein, Scherz beiseite, obwohl ich dazu sagen muss, dass alle obigen Fragen auf echten Mails, Anfragen und Begebenheiten basieren. Sie sind auch keine Ausnahme, sondern die Regel. Wahrscheinlich zeigt sich daran schon, warum der Ruf, der Influencer nicht der Beste ist. Es wird einfach nicht als Arbeit angesehen, sondern als oberflächlichen Kram, den jeder kann.

Hilfe, bin ich ein Influencer?

 

Ich weiß, es kann nicht jeder und ist verdammt harte Arbeit. Dabei ist es auch völlig egal, ob wir es Blogger, Youtuber, It Girl oder eben Influencer schimpfen. Sie alle arbeiten mehr als die klassischen Bürozeiten vorgeben, sind mit ihren Kanälen Grafiker, Cutter, Lektor, Fotograf, Texter, Buchhalter, Art Director und Stylist in einem. Hinzu kommt oftmals noch ein Brotverdienst-Job, damit noch Geld für die Miete reinkommt, denn bloß weil man viele Follower hat, wird man noch lange nicht vergütet.  Ich bewundere das Durchhaltevermögen vieler von ihnen und all die Mühe & Liebe, die in deren Seiten einfließt.

 

Selbstredend gibt es auch die andere Seite der Medaille. Die, die alle Vorurteile vereinen. Aber lassen wir die mal außen vor und schauen uns paar echt tolle und inspirierende Influencer an.

Da sind zum Beispiel:

 

Vreni von neverever.me

Vreni kämpft seit Monaten für mehr klare Regeln bezüglich der Kennzeichnungspflicht in Blog- und Social-Media-Beiträgen. In ihrem #Abmahngate ist sie selbst fälschlicher Weise der Schleichwerbung beschuldigt worden und seitdem unermüdlich im Einsatz aufzuklären. Das tut sie nicht nur für sich, sondern für alle. Danke, Vreni.

 

Madeleine von DariaDaria

Madeleine setzt sich seit Jahren für faire Bedingungen innerhalb der Textilbranche ein und verzichtet gänzlich auf Kleidung, die nicht fair produziert wurde. Damit war sie eine der ersten in der Bloggerwelt und hat für ganz schön Wirbel auch darüber hinaus gesorgt. Sie hat sich davon nicht entmutigen lassen und nun sogar eine eigene faire Kollektion rausgebracht.

 

Susann & Yannick von Krautkopf 

Zurück zur Natur möchte man am liebsten, wenn man Krautkopf besucht. Bewusstes Kochen mit frischen Zutaten und wieder Zeit miteinander genießen, das ist die Message von Susann & Yannick. Diese süße Langsamkeit ist herrlich ansteckend und in Zeiten, wo es oftmals um höher, schneller, weiter geht, einfach wunderbar mitzuerleben.

 

Nike & Sarah von This is Jane Wayne

Nike & Sarah haben den Feminismus salonfähig gemacht und rausgeholt aus der Birkenstock-Ecke. Feminismus ist keine Krankheit oder noch schlimmer, eine Horde aufgebrachter Frauen, die den Männern an die Gurgel gehen. Nein, es ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft zur Aufklärung und Gleichberechtigung.

 

Christine von Lilies Diary

Christine hat neben meinem Gustav nicht nur den tollsten Hund überhaupt, sondern setzt sich durch ihre vielen Reisen ganz aktiv für den Umweltschutz ein. Unermüdlich weist sie auf Missstände hin und versucht zum Mitmachen zu animieren. Ihre für mich beeindruckendste Reise, war die zur Antarktis. Die Bilder waren schon toll, wie schön muss es erst in natura gewesen sein?

 

Hilfe, bin ich ein Influencer?

Hilfe, bin ich ein Influencer?

 

Sie alle arbeiten mehr und noch mehr für ihren Erfolg und das seit Jahren. Nichts davon ist ihnen in den Schoß gefallen, sondern sie haben durchgehalten. Denn das was heute so spielend leicht aussieht, wurde vor fünf, nein sogar zwei Jahren noch milde belächelt. Ich weiß es, denn ich war dabei und habe die Kämpfe von einer anderen Seite mit ihnen gefochten. Jeder von ihnen hat es mehr als verdient, Erfolg zu haben.

Was alle eint, ist ihre Individualität. Jeder ist seiner Nische treu geblieben ohne sich dabei zu verbiegen. Wenn das nicht echtes „Influencertum“ ist.

 

Herzlich,

Mary-Ellen

PS: Selbstredend hat mich auch ein Influencer zu diesem Kühlschrankbild inspiriert. Das Original seht ihr hier. Entscheidet selbst, welche Version Euch besser gefällt.

 

Bildcredit: Jeremy Moeller