SALUT Dezemberlieblinge

Heute ist Nikolaus. Meine kleine Nichte meldete sich ganz aufgeregt in der Früh und  berichtete mit strahlenden Augen, was in ihren natürlich blank geputzten Stiefeln versteckt war. Meine Stiefel waren leer (und auch ungeputzt). Zu meiner Schande muss ich außerdem gestehen: ICH HABE NIKOLAUS VERGESSEN. Es war einfach weg aus meinem Kopf und erst als ein vierjähriger (ganz wunderbarer kleiner) Mensch mich heute Morgen darauf stupste, erinnerte ich mich an meine eigentlich liebste Zeit im Jahr. Puh, da muss man schlucken. Ich zumindest.

Eigentlich sollte der heutige Beitrag ganz anders aussehen. Meine Dezemberlieblinge sollten von gutem Essen, Theaterkarten, Geselligkeit und Freunden berichten. Dinge, die mir wichtig sind in dieser Zeit und eigentlich das ganze Jahr über. Nun fühle ich mich ertappt, denn was nützen alle Lieblinge, Phrasen und bunte Bildchen, wenn man es dann nicht lebt? Quasi einfach vergisst oder so mit anderen Dingen beschäftigt ist, dass es nur aneinandergereihte Wörter werden. Ich finde das gruselig und möchte das nicht. Viel mehr möchte ich die Dinge genießen und wie meine kleine Nichte, mich wieder mehr freuen über das Hier und Jetzt.

Was ist mir wichtig im Dezember?

Keine Angst, das wird jetzt kein großer „Oh, ich gelobe Besserung-und-bin-geläutert-Beitrag“. Nein, das wäre albern und passt auch gar nicht zu mir. Meine Lieblinge vom ursprünglichen Text bleiben bestehen. Sie werden nur in einem anderen Kontext erzählt und mit ein bisschen Disziplin dann auch tatsächlich umgesetzt.

Was ist mir also wichtig im Dezember? Am wichtigsten ist mir das zu Ruhe kommen. Am liebsten gemeinsam im kleinen Kreis mit Freunden und Familie. Idealer Weise an einem riesigen Tisch, wo es drunter und drüber geht, Gläser klirren, alle laut durcheinander reden, lachen, manchmal auch weinen und am Ende herrlich beseelt ins Bett fallen, den Ohrwurm eines Weihnachtsklassikers noch im Kopf.

Mir ist außerdem wichtig der Genuss. Hmh, genießen. Ist das nicht ein herrliches Wort? Es drückt so viel aus und bezieht sich nicht nur auf gutes Essen. Genießen kann ich den Duft auf dem Weihnachtsmarkt. Einfach Augen zu und Nase in die Luft. Oh und dann natürlich das Fernsehprogramm. Ich freu mich schon jetzt auf  Pyjama all day auf dem Sofa mit „Kevin allein zu Haus“ (I und II natürlich), „Die Geister, die ich rief“ und nicht zu vergessen „Der kleine Lord“. Wenn der Trubel draußen endlich verhallt ist, macht Couchlümmeln mit der Fernbedienung in der einen und Taschentuch in der anderen, unglaublich viel Spaß. Genuss pur eben und wann kann man das schon mal so viele Tage auskosten, wie zwischen Weihnachten und Neujahr.

Hmh, genießen. Ist das nicht ein herrliches Wort?

Im Dezember schaue ich außerdem immer gern zurück, aber auch nach vorn. Was habe ich geschafft, was war doof, was wünsche ich mir, was nehme ich mir vor? Elementare Fragen, die Zeit brauchen. Zwischen Tür und Angel schafft man das kaum. Der Dezember bringt diese Zeit für mich mit. Mein persönliches Highlight dabei immer: die Januarausgabe der VOGUE. Nicht wegen der schönen Bildchen, sondern dem alles vorausahnenden Jahreshoroskop. Ja, ihr werdet lachen, aber die VOGUE weiß Bescheid, was das Jahr so bringt. Lach^^ Nur wenn man daran glaubt natürlich. Einige Jahre, war es sogar so glücksverheißend, dass ich mir dieses eingerahmt auf den Schreibtisch gestellt habe und mein kleiner ganz persönlicher Motivator im stressigen Alltag war. Dieses Jahr wurde mir viel Unruhe vorausgesagt. Ich würde unbewusst etwas vorbereiten, wovon ich erst in den kommenden Jahren profitieren werde. Klingt spannend. Tatsächlich war 2017 ein aufregendes Jahr mit vielen Höhen, Tiefen und Veränderungen privat und beruflich.  Ich habe viele Weichen gestellt und freue mich auf das, was anschließend kommt. Und wenn meine letzte Weiche zum Jahresende das bewusste Erleben der Weihnachtszeit ist, um im nächsten Jahr auch etwas im geputzten Stiefel vorzufinden, dann war es all die Mühe wert.

Macht es Euch schön.

xx Mary-Ellen