Neulich irgendwo im Internet ...

Neulich irgendwo im Internet bin ich auf einen spannenden Interviewbeitrag gestoßen. Franzi von Zukkermädchen stellte drei Bloggerinen aus dem Ü50 Bereich vor, um die Vielfalt zu feiern. Das Netz ist bunt und macht keinen Halt vor Leuten, die Baujahr 1960 oder gar noch eher geboren sind. Franzi möchte vermitteln und stellt daher drei Frauen vor, die nicht nur mit ihren über 50 Jahren besonders schön sind, sondern auch etwas im Köpfchen haben.

Ich finde das sehr gut und habe Ich habe mich dennoch geärgert als ich die Interviews las. Nicht weil sie schlecht waren, sondern weil die Frauen größten Teils jammerten.

 

Das böse böse Instagram und sein Algorithmus!

Die vielen jungen Frauen überall, die sie nicht sehen wollen!

Die schlimmen Kunden, die sie übergehen!

 

Oh Mann! Kampf, Macht & Spielchen, wohin man schaut. Kann das wirklich alles sein, was die drei Frauen uns vermitteln wollen? Endlich eine Bühne und dann Klagelieder pur statt „Macht Euch keine Sorgen, Mädels. Unser Alter ist wunderbar. Ihr könnt Euch schon jetzt darauf freuen.“

Ich kenne zwei der vorgestellten Frauen persönlich. Es sind tolle Frauen, die viel erreicht haben, mitten im Leben stehen und eigentlich stolz auf sich sein könnten. Umso unverständlicher sind mir ihre Antworten auf die Fragen zu ihrer Arbeit als Bloggerin. Ich frage mich ernsthaft, warum solche tollen Frauen diese Vergleiche überhaupt nötig haben. Sollten sie bzw. wir alle nicht viel weiter sein? Ich dachte immer, das hört irgendwann auf.

Aus beruflicher Sicht muss ich natürlich ergänzen, dass ganz besonders die Zielgruppe 50+ die besten Voraussetzungen hat, um jetzt im World Wide Web erfolgreich zu sein. Ein Duell mit 20- und 30-Jährigen hätte eigentlich keine der Interviewten nötig; dies auch ganz unabhängig vom Internet. Daher heute einmal ganz besonders nur für euch, liebe Ü50-Frauen, drei Gründe, warum eben genau Ü50, die beste Zeit ist, um jetzt auf Instagram durchzustarten:

 

  1. Während sich alle jüngeren Influencer auf Instagram, um die begehrten und ja schon komplett ausgeschöpften Zielgruppen „prügeln“, gibt es bei euch noch unglaublich viel Wachstumspotenzial. Die meisten aktiven Nutzer sind aktuell nämlich unter 35 Jahren. Der Markt dieser Gruppe ist voll und zwar rappelvoll. Jeder Follower ist hart umkämpft und kann schwups wieder wegsein, weil ein Mitbewerber buntere Schuhe trägt als er selbst. Und bei euch? Ja, ihr seid noch eine kleine Community, na und. Ihr wachst nämlich unaufhaltsam und habt damit unglaubliches Potenzial. Für euch bedeutet das konkret, werdet jetzt aktiv und baut euch eine Community auf. Ihr könnt mit ihnen wachsen, euch ausprobieren und nachhaltig erfolgreich sein.
  2. Apropos ausprobieren. Auch dies ein RIESIGER Vorteil: All die vielen Fehler, die die jüngeren schon begangen haben, sind für euch echte Goodies; quasi auf einem Silbertablett serviert frei Haus. Ihr wisst bereits jetzt, dass Kaffeebilder immer gehen (warum weiß indes niemand), Bilder mit euch als Person im Bild lieber geliket werden, als andere, bezahlte Kooperationen unbedingt zu kennzeichnen sind, da sonst Abmahnungen drohen und man mit Instagram sogar Geld verdienen kann. Die Jungen ebnen euch den Weg, sensibilisieren auch das verstaubteste Unternehmen für den Bereich und sorgen dafür, dass klar wird, ein erfolgreicher Instagram-Kanal ist eine Arbeit, die bezahlt werden muss. Lehnt euch also zurück, wartet und lernt. Die Unternehmen kommen…
  3. … Ganz besonders deshalb und das ist der beste Punkt, den ihr euch immer ins Gedächtnis rufen solltet. Ihr habt, die eine kaufkräftige Zielgruppe für die (alle) Kunden Schlange stehen (werden). DM Lippgloss? Pustekuchen! Ihr könnt den Chanel-Lippenstift anpreisen und viele eurer Leserinnen haben sogar das Geld diesen zu bezahlen. Kein ferner Schweif am Horizont, sondern oft ein Goodie nur mal so zwischendurch, weil die Woche so hart war oder der alte gerade aufgebraucht ist. Eure Leserinnen stehen mitten im Leben, sind berufstätig und kräpeln nicht mehr mit irgendwelchen Azubi-Gehältern rum. Eine 20jährige hat das nicht. Ist sie neidisch? Bestimmt. Ich war es zumindest mit 20 und auch die Jahre danach. Die Lancôme Wimperntusche stand daher regelmäßig auf meiner Nikolaus- und Oster-Wunschliste. Ganz einfach weil ich als Studentin nicht das Geld hatte, sie mir zu kaufen.

Die Liste ließe sich selbstverständlich weiter verlängern. Mir ist nur wichtig einmal zu betonen, dass eure Trauermiene zu kurz gedacht ist. Erkennt die Möglichkeiten und nutzt sie unbedingt. Ich würde mich freuen und viele in meiner Altersgruppe (und Eurer) bestimmt auch. Liebe Ü50-Frauen, ich wünsche mir von euch einfach mehr Rolemodel-Dasein und weniger unnötige Kämpfe oder Vergleiche mit anderen. Wir brauchen euch, um keine Angst zu haben vor dem, was uns von außen über das Alter erzählt wird. Ihr habt die Möglichkeit, es uns allen zu zeigen und die kommenden Generationen nachhaltig zu prägen. Eine große Verantwortung, ich weiß, aber wenn nicht ihr, wer dann?

xo

Mary-Ellen