Die Kraft der Bilder

Die Kraft der Bilder

„Es gibt Bilder, die misslingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.“
– Helmut Newton –

So viel Selbstbewusstsein darf ein Helmut Newton ruhig an den Tag legen, schließlich gehört er zu den Besten seines Fachs und war eine der Wegbereiter die Fotografie vom reinen Handwerksberuf in die Kunst hinüberzutragen.

Jetzt kann nicht jeder ein Helmut Newton sein, das ist völlig klar, aber auch seine Bilder waren vorher immer wohldurchdacht und geplant. Die zufälligen Schnappschüsse überlassen wir daher heute mal den anderen und besprechen, wie Du Dein nächstes Blog-Shooting bestmöglich auch als Laie vorbereiten kannst.

Die Bilder, die Du hier siehst, sind in Zusammenarbeit mit Susanne Ackstallers #TexterellagoesIrland Reise im März diesen Jahres entstanden. Wir haben uns für vier tatsächlich magische Tage nach Belfast auf den Weg gemacht, um von dort Bilder für Susannes Blog Texterella zu shooten. Unsere Fotografin für die Reise war Martina Klein, die sich auf die Blogfotografie spezialisiert hat. Es war gar nicht so leicht, die passende Fotografin zu finden, denn Susannes und meine Ansprüche waren (und sind) nicht gerade gering. Hehe^^ Unser Bauchgefühl hat uns aber bei Martina nicht getäuscht und dabei sind unter anderem diese Bilder hier im Beitrag entstanden.

Wie bin ich also bei der Planung vorgegangen? Es ist im Grunde genommen immer der gleiche Ablauf. Nämlich:

 

Die Kraft der Bilder

 

Die Kraft der Bilder

 

Finde dein Blogbeitrags-Thema 

Der erste Baustein für die Bilderplanung ist tatsächlich, dass ich mir ein ganz konkretes Blogthema überlege. Ich sehe den Inhalt auch ohne den ausgearbeiteten Text schon vor mir, habe eine klare Message im Kopf und weiß, wie die Stimmung des Textes sein soll.

Das alles halte ich schriftlich fest. Dabei ist es egal, ob Du klassisch mit Stift und Zettel arbeitest, eine Powerpoint-Präsentation erstellst oder es in deinen Redaktionsplan integrierst. Wichtig ist nur, dass Du weißt, worüber Du posten möchtest und welche Botschaft du rüberbringen möchtest.

Die Kraft der Bilder

Die Kraft der Bilder

 

Die Kraft der Bilder Erstelle ein Moodboard

Mit der textlichen Planung beginnt parallel die Bildliche. Ich habe genau im Kopf, worauf mein Beitrag hinaus möchte und schaue nun, welche Bilder dazu passen könnten. Das ist von Thema zu Thema immer unterschiedlich. Mal ein Legebild, um zu zeigen, welche Produkte ich verwendet habe, mal eins, wo ganz viel Freude und Bewegung bei ist usw. Ich lasse mich dabei oft von Pinterest oder Instagram inspirieren und sammle fortlaufend alles, was ich schön finde. Auf diesen Fundus greife ich besonders bei größeren Shootings – wie hier in Irland – gern zurück, um mir im nächsten Step ein ganz neues und auf das Blogthema angepasstes Moodboard zu erstellen. Dabei achte ich nicht nur auf die Posen, sondern auch auf die Stimmung und Farben der Bilder. Je konkreter mein Moodboard ist, desto leichter ist es im Anschluss es umzusetzen.

Ganz besonders wenn du mit einem Fotografen zusammenarbeitest, würde ich dir so ein Moodboard empfehlen. Er/ sie erkennt anhand dessen genau, wie du rüberkommen möchtest und deine Bilder am Ende aussehen sollen. Besprecht deine Auswahl am besten auch persönlich. Dadurch ergeben sich oft noch bessere Umsetzungsideen und du merkst, ob ihr auf einer Wellenlänge seit.

 

Die Kraft der Bilder

 

 

Schau dich nach einem passenden Bildhintergrund um

 

Der Hintergrund eines Fotos ist eines der wichtigsten Elemente für gelungene Bilder. Leider wird genau dieser Teil so oft außen vor gelassen.

Wenn du dir Susanne hier im Bild mal ohne die Felsen, das Meer und den Himmel vorstellst und sie gedanklich in einen heimischen Vorgarten mit Hortensien „beamst“,  wie wäre das? Hmh! Susanne wäre natürlich noch immer so präsent, aber das Bild lebt einfach durch die Umgebung. Nur so konnten wir das rüberbringen, was wir im Kopf hatten.

Nun hat nicht jeder ein Meer vor der Haustür, das ist völlig klar. Aber jeder Ort, jede Stadt, jedes Dorf, jede Landschaft bietet unterschiedliche Kulissen. Mal urban, mal ländlich, mal rustikal, mal mystisch. Haltet die Augen offen und sammelt diese Plätze in Eurer Nähe. Legt gern auch ein Locationbuch/ -tabelle an, wo ihr die Plätze auflistet. Das kann bei der Bilderplanung sehr hilfreich sein.

Ähnlich kannst du es übrigens auch bei deinen Legebildern machen. Ich habe im Büro eine riesige Box mit Tüchern, Stoffen, Holzresten, Tabletts, Tellern und Co. Je nachdem was zu meiner Geschichte passt, drapiere ich die Produkte auf den verschiedenen Unterlagen. Dadurch wirkt jedes Bild auch immer anders. Probier es gern mal aus.

 

Die Kraft der Bilder

Die Kraft der Bilder Stell dein Equipment zusammen

 

Die Kraft der Bilder

Wenn du weißt, was, wo und wie du fotografieren möchtest, wird es Zeit zu überlegen, was du anziehst bzw. welche Accessoires deinem Bild noch mehr Leben einhauchen. Nimm dir auch dafür bewusst Zeit und packe am Shootingtag lieber ein/ zwei Sachen mehr ein. Nichts ist schlimmer, als wenn du endlich am Set angekommen bist und feststellst, eine Tageszeitung wäre jetzt das i-Tüpfelchen und weit und breit ist kein Geschäft in der Nähe. Alles schon mal vorgekommen, daher weiß ich, wovon ich spreche.

Wenn du mit längerem Vorlauf deine Bilder planst, könntest du immer auch bei PR-Agenturen oder Unternehmen gezielt anfragen, ob du dir etwas zum Fotografieren ausleihen darfst. Trau dich diesbezüglich ruhig. Die klassischen Printmagazine machen es ähnlich.

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Achte auf die Lichtverhältnisse und Tageszeiten

Ein letzter und wichtiger Punkt sind die Lichtbedingungen. Ganz besonders in der langen dunklen Jahreszeit solltest du genau schauen, wann es wie lange hell ist und das in deine Shootingplanung miteinbeziehen. Reflektoren und Spiegel können natürlich immer unterstützend wirken. Hab daher gern immer welche parat.

 

 

Die Kraft der Bilder

 

 

So, mit diesem Wissen im Gepäck bin ich mir sicher, deine nächsten Bilder werden noch schöner als bisher. Die Planung im Vorfeld ist wie so oft, das A und O und beim Shooten eine echte Arbeitserleichterung. Ich drucke mir die Moodboardsund Themenplanung immer noch aus und nehme sie mit beim Fotografieren. Alles was fertig ist, bekommt dann ein Häkchen hinter. So vergesse ich garantiert nichts und weiß, dass wirklich alles im Kasten ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim nächsten Shooting. Schreib mir gerne, wie es gelaufen ist.

Herzlich,

Mary-Ellen

PS: Wer gerade eine Blogfotografin sucht, dem kann ich Martina sehr empfehlen. Ihr erreicht sie am besten hier.

 

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